9
Mai
2007

Mars an Venus

Allegra unterhielt uns kürzlich mit köstlichen Mann-Frau-Gesprächen. Da möchte ich was beitragen, aus dem reichen Erinnerungsschatz. To be continued, fürchte ich.


Sie mitten in der Nacht: Wo gehst Du hin?
Mann_1: Ich habe vergessen, die Ringelblütencreme aufzutragen.


Mann_1, aus einer Loge der Oper ins Parkett hinunter blickend: Jeder zweite da unten hat eine Glatze. Ich bin der älteste von drei Brüdern und alle halten mich für den jüngsten! Weil ich mich streng basisch ernähre, habe ich die meisten Haare.
Sie: Ich dachte, das liegt an der Ringelblütensalbe?


Mann_2 beim ersten Date: Gehen wir mal ins Theater?
Sie: Ja, gerne.
Er: Ich habe am liebsten absurdes Theater. Die letzten fünf Jahre habe ich mich ja ein bißchen von der Umwelt abgeschottet... und selbst Minidramen geschrieben.
Sie: Aha, worüber?
Er: Eigentlich geht es immer ums Saufen und Kotzen. Mein Favorit handelt von zwei Arbeitern, die oberhalb einer Straßenunterführung einen LKW voll Birnenkompott entladen. *lacht* Dabei betrinken sie sich und schließlich kotzt der eine übers Geländer. Unten fährt in diesem Moment ein Autobus vorbei und drinnen sagt einer zu seinem Nachbarn: "An so heißen Tagen wie heute wünscht man sich doch Busse ohne Dach." *lachtnochmehr*


Mann_3: Ich würde gerne mit dir eine christliche Basisgemeinde gründen.
Sie: Oh, ich habe leider schon was anderes vor.

8
Mai
2007

... Meins

Schuhe_rot
Nicht die, die ich eigentlich wollte.
Aber immerhin rote Sohlen. :-)

6
Mai
2007

Gelbe Wände, Rote Sohlen

Als ich klein war, wollte ich Innenarchitektin werden.
Leider wurde nichts draus und so begnüge ich mich heute damit, in den eigenen vier Wänden ab und zu die Knöpfe an den Laden auszutauschen, Möbel vom einen Zimmer ins andere zu schieben, oder Leuchtkörper zu erstehen, bevor sie trendig und teuer werden.

Regnerische Sonntagnachmittage wie diesen verbringe ich gerne damit, on- und offline in Bildern von Designerwohnungen und -hotels zu schwelgen. Mangels Konsequenz, Finanzen und Kinderverbot lässt sich ja kaum etwas auf mein trautes Heim übertragen.
Meine heutigen Phantasiereisen starteten bei Tricia Guild, Kelly Wearstler und KA-International.

Parallel dazu versuche ich, auf Ebay Pumps mit roten Sohlen zu ersteigern. Bevor alle anderen sie haben. Und damit meine ich insbesondere unsere Personalchefin - per Eigendefinition Trendscout. Notfalls greife ich zu Nagellack...

4
Mai
2007

Do it yourself

Am 1.Mai um ca. 14 Uhr wurde vor dem Haus Sandwirtgasse 6 in Wien das fahrerseitige Fenster eines schwarzen Nissan eingeschlagen. Gestohlen wurde nichts, aber die Scherben bedeckten die gesamte einspurige Fahrbahn.

Am 1.Mai um 14.30 rief der erschrockene, soeben angekommene Eigentümer die Polizei an:
"Polizei Notruf"
"Guten Tag, bitte kommen Sie schnell, in mein Auto wurde eingebrochen."
"Sind die Täter noch da?"
"Nein, ich glaube nicht."
"Wieso dann schnell?"

Am 1.Mai um 15.30 rief der nun schon weniger aufgeregte Eigentümer erneut die Polizei an:
"Polizei Notruf"
"Guten Tag, ich habe vor einer Stunde bei Ihnen angerufen, aber es ist noch immer niemand da."
"Ja, ja, es ist viel los heute."
"Kann ich das Auto angreifen, öffnen, usw?"
"Natürlich. Fahren Sie einfach zur nächsten Polizeiwachstube."
"Es ist alles voller Scherben! Innen und außen! Ich lotse ständig Autos daran vorbei."
"Rufen Sie bei der MA48 (Stadtreinigung) an."

"MA 48"
"Guten Tag, in mein Auto wurde eingebrochen und ich wollte Sie darüber informieren, dass hier die ganze Straße voller Scherben ist."
"Ich verbinde Sie mit dem Permanenz-Ingenieur."
"Guten Tag, in mein Auto ... (s.o.)"
"Das müssen Sie selbst wegkehren."

23
Apr
2007

Mein Küchenfenster

Stöckchen, gesehen bei Allegra...

Kuechenfenster

Vom Küchenfenster aus sehe ich seitlich auf ein zweites Haus, das genauso aussieht wie unseres. Bis vor zwei Wochen stand genau in der Mitte des Ausblicks ein riesiger alter Nadelbaum. Er wurde gefällt, als ein Experte feststellte, dass ihn nur mehr das seit Jahrzehnten daran hochgerankte Efeu aufrecht hielt. Mein oberer Nachbar, der seit 1974 (mit Unterbrechungen) mein oberer Nachbar ist, rief mich vor einigen Tagen zum allerersten Mal an. Weil es ihm ein Anliegen war, dass dort möglichst bald wieder ein Baum gepflanzt wird, damit er beim Frühstück nicht auf die Wäscheleine auf dem Balkon mit den braunen Blumenkisten starren muss.

Diese Wohnung hat übrigens Geschichte. Zuerst wohnte dort eine Familie, deren Sohn sich nach Romeo-und-Julia-Manier von Balkon zu Balkon in die Nachbarstochter verliebte. Danach kam ein Stadtgärtner, der eines Tages in einem Rotlicht-Lokal seinen Nebenbuhler erstoch und die Leichenteile im Wald vergrub. Als nächstes ein junges Pärchen; der Mann starb nach einem Jahr beim Fernsehen. Und jetzt eben die kroatische Familie mit der Wäscheleine.

Wenn ich ans andere Ende meiner Wohnung gehe, sehe ich ins Grüne:

Luster11

Gestern abend hat sich der Vordergrund verändert:



Der erste Luster hängt jetzt im Schlafzimmer an einem sehr wackeligen Haken direkt über meinem Bett. Trotz Garantie meines Antiquitätenfreundes, dass nichts passieren wird, konnte ich darunter unmöglich einschlafen und verbrachte die Nacht auf dem Kinderzimmerboden.

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