20
Apr
2007

Est Omen?

Bekannte von Freunden bekamen ihr erstes Kind und nannten es Janine.
Sie bekamen ihr zweites Kind und nannten es Jaqueline.
Wir dachten, es könnte nicht mehr schlimmer werden.
Dann bekamen sie ihr drittes Kind und nannten es Kevin.

Dabei ist das noch harmlos. Nach Überfliegen der österreichischen Vornamen-Statistik 1984-2004 warte ich auf die Frage, Mama, darf ich mit Heart zu Amor?

Meine persönlichen Top Ten:
Buben:
Alessi, Ben-Hur, Bruce-Willy, Dandy, Elvis (51x), Granit (2x), Kermit, Ohne, Peter-Alexander (3x), Taifun
Mädchen:
Bretagne, Chantal-Orchidee, Cinderella (21x), Danuta, Edelweiss, Engel (2x), Gloria-Victoria, Milka, Olive, Server

Die 3 Carries und 9 Manolos kann ich ja noch irgendwie nachvollziehen.

Zum Schluss ein Tipp für die Kevinismus-Selbsthilfegruppe:
Zum Preis einer Woche Mallorca kann man seinen Vornamen ändern lassen.
Bei Vorliegen eines triftigen Grundes sinkt der Preis sogar von 524 auf 13 Euro.

19
Apr
2007

Allymental

That's where I got these, lacht sie ins Mikrofon und reckt dem Publikum stolz ihre Körbchengröße entgegen. Vonda Shepard hat ein Jahr Babypause gemacht.
Das Konzert im Museumsquartier ähnelt jenem im Monopol.
Was auffällt:

Vonda hat eine Stimme, die für alles taugt - sanfte Balladen ebenso wie Rockiges und Country.

Allerdings sind die Songs aus Ally McBeal eindeutig die besten. Auch wenn Vonda gegen den Romy-Schneider-Effekt ankämpft: Ally wird immer an ihr haften. Und es ist gut so, denn viele der neueren Songs kommen aus der Dose.

Zweitens fühlt sich Vonda Shepard offensichtlich auf kleineren Bühnen wohler. Sie nimmt Kontakt zum Publikum auf, redet, was ihr gerade einfällt. Im Metropol mit halb so vielen Zuschauern wirkte das lockerer. Diesmal versucht sie ständig, die Augen gegen das Scheinwerferlicht abschirmend, den Saal zu überblicken.

> Vonda Shepard zuhören

Als letzter Song vor den (5!) Zugaben kommt endlich "Searching My Soul". Im Parkett wird getanzt. Danach, bei "You Belong To Me" gehen die Feuerzeuge an - und sofort wieder aus.
Denn das ist mittlerweile verboten.
Als könnten wir nicht von selbst verspießern.

16
Apr
2007

Flamenco-Festival

Endlich auch in Wien!
... und ich bin einmal schneller als jupe :-)

15
Apr
2007

Balkongeständnis

Beim heutigen Spaziergang zwischen Kleingärten bekam ich mehr nackte Männeroberkörper zu Gesicht, als Sixpacks in meinen Kofferraum passen. Die Gartensaison hat begonnen! Da wird gejätet, gesetzt und gespritzt was das Zeug hält. Während Frauen sich der fengshuigemäßen Anordnung von Hyazinthen und Anemonen widmen, haben Männer endlich wieder eine Ausrede, sich von oben bis unten dreckig zu machen.

Wer keinen Garten hat, erklärt eben den Balkon zu seiner Scholle und bewirtschaftet diese, bis das letzte Stehtischchen dem Efeu weicht. Die blühende Beute aus dem Baumarkt kitzelt den Landschaftsgärtner aus jedem Familienvater und den Romantiker aus jedem Großstadtsingle.
Der Spießer ist immer der Gärtner.

Keine Mißverständnisse: Ich mag Blumen. Gerne anschauen.
Ich habe auch schon mehrere Anläufe genommen, meinen Balkon zu begrünen. Habe sprießendes Grün genau nach Anleitung in frischer Erde vergraben, mit den Wurzeln voraus. Habe Unkraut gezupft und Gießkannen geschleppt.
Allein, seit dem Kresseschaf 1979 will mir nichts Gärtnerisches mehr gelingen.

Also gebe ich es auf, spreche dann und wann mit den wenigen treuen Zimmerpflanzen (Spanisch) und lade mir sonntags gartenlose Freundinnen zum Kaffee ein. Dann spazieren wir zwischen Kleingärten und erfreuen uns am Anblick schwitzender halbnackter Männerkörper.

Als einzige Investition in den heimischen Balkon wird dabei das hier überlegt.
Vorzugsweise mit Gärtner drauf.

11
Apr
2007

On the Road again

Der Schulalltag hat uns wieder. Und meine Disziplin sinkt weiter. Bin ich in den ersten beiden Schuljahren noch direkt von der Schule ins Büro gefahren (wo ich als erste eintraf und die Putzfrau störte), hirsche ich jetzt immer öfter provisorisch bekleidet zum Auto, liefere mein Kind mit geringfügiger Verspätung in der Schule ab, und begebe mich nochmals (wenn auch nur für 15 Minuten) ins Bett. Diese Form von Powernapping musste ich erst lernen, aber ich werde immer besser. Wenn ich dann um 9:30 Uhr ins Büro komme, bin ich immer noch unter den ersten.

Meine Recherche hat ergeben, dass der 8-Uhr-Schulbeginn ein Relikt aus einer Zeit ist, als in Österreich landwirtschaftliche Betriebe in der Überzahl waren. Da stand die Familie mit den Hühnern auf, um selbige zu füttern, und nützte das Tageslicht von der ersten Sekunde an.

Nun hat sich, überraschenden Statistiken zufolge, der wirtschaftliche Schwerpunkt in der Großstadt Wien letztes Jahr verlagert. Es gibt deutlich weniger Bauern - was wohl auch mit der steigenden Umweltbelastung durch Autos zusammenhängt, die täglich gegen 8 Uhr mit verzweifelten 100 km/h diverse Schulen ansteuern.

Die Schulen aber sind die Bollwerke der guten alten Zeit. Bloß weil irgend so ein Ami die Glühbirne erfunden hat, bloß weil immer weniger Eltern Betreuungsbedarf ab 7 Uhr früh haben (dafür aber nachmittags!), bloß weil Chronobiologen Studie um Studie vorlegen - den Schulbeginn nach hinten verlegen? Niemals.

Angesichts der Unbeirrbarkeit der Bildungsbeauftragten apelliere ich ans Verkehrsministerium: Bitte macht Schnellfahren von 7.45 bis 8.05 Uhr straffrei. Schon allein deshalb, weil ich nicht in meinem Bridget-Jones-Pyjiama aufgehalten werden möchte.

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