1
Dez
2008

Be sure to wear...

Das hab ich gerade gefunden... so wurde ich von amerikanischen Freunden meiner Eltern im zarten Alter von fünf Monaten am Flughafen in San Diego / Kalifornien willkommen geheissen. Das war im Juli 1970. Und die beiden rechts und links wußten nicht, was da auf ihren Schildern stand (der Text stammte von meiner Großmutter).
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8
Nov
2008

Schwanger im Kopf

Schön wär's ja, wenn die schwangere Nebenniere die Hormone gezielt verschicken würde. Also ein paar Endorphine an die Seele, Östrogen in erwünschte Rundungen, und bindungsförderndes Oxytocyn an den Kindsvater.

In der Realität jedoch ist das hilflose Mutterhirn einem Bombardement von Substanzen ausgeliefert, die zu Einschlafen an der Käsetheke, Weinkrämpfen auf der Rolltreppe, sowie bindungsminderndem Anschreien des Kindsvaters führen.

Offensichtlich sind das Nebenwirkungen eines für die Fortpflanzung unabdingbaren Verwirrungszustandes. Dann wer, außer einer Schwangeren, ist schon überzeugt, ein Ding mit 35 Zentimeter Umfang durch eine 12-Zentimeter-Öffnung zu bekommen?
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Wer, außer einer Schwangeren, ist sicher, die nächsten 18 Jahre ohnehin nichts vorgehabt zu haben?
Wer würde ernsthaft den Gegenwert einer Eigentumswohnung in ein unberechenbares, anhängliches Geschöpf investieren, das frühestens 2050 einmal telefonisch danke dafür sagen wird?
Ach, ich liebe meine Nebenniere.

7
Nov
2008

Vom Stier zum Ochsen

So umschrieb ein Freund den kleinen Eingriff, den er kürzlich vornehmen ließ, um es bei einem Quartett von Kindern zu belassen.

Erst schickt einen die Krankenschwester mit einem Becher aufs WC. Wenn's dort ein bisschen dauert, klopft schon der Nächste. An dem muss man dann mit gefülltem Becher und roten Flecken im Gesicht vorbei, und tun als wär nichts.

Man bekommt ein kesses Nachthemd, hinten offen. Der OP-Assistent rückt einem mit dem Nassrasierer zu Leibe. Nicht sexy.

Und schließlich der OP-Tisch: die Rache der Frauen für die Gynäkologie.
Die nächste Stunde zum Glück Dämmerschlaf. Danach eine Woche keine Jeans.


Ich konnte nicht umhin, die Geschichte einem Mann zu erzählen.
Bei den Details zur Schnittführung wand er sich derart auf dem Sofa, dass sich der entsprechende Eingriff bei ihm wohl bis auf weiteres erübrigt.

20
Okt
2008

Themenwechsel

Neulich in der Bodega kam das Gespräch auf Patchworkfamilien.
Neben mir an der Bar: die achtjährige Tochter C. des Lokalbesitzers.
Sie hat zwei ältere Halbgeschwister und ist daher, wie ich dachte, mit der Materie vertraut.

C. deutet auf meine Begleitung: Ist er der Papa vom Baby in deinem Bauch?
Ich: Ja.
C.: Und deine Tochter, wo ist die? Zuhause?
Ich: Ja!
C.: Alleine?
Ich: Nein.
C.: Wer passt auf sie auf?
Ich: Sie ist bei ihrem Papa.
C. wirft einen fragenden Blick auf mein Date.
Pause.
C.: Warum hat sie jetzt einen neuen Papa?
Ich: Sie hat keinen neuen Papa. Nur ich habe einen neuen Mann.
Pause.
C.: Kennst du Stabheuschrecken?

10
Okt
2008

Neun Stunden

Naturgemäß ist das eine Zeit, wo man auch über die erste Geburt vor knapp elf Jahren nachdenkt. Meine Tochter wollte ganz genau wissen, wie das war. Sie wurde per Not-Kaiserschnitt geholt, weil sie ihr Köpfchen falsch gedreht hatte und stecken geblieben war.

"Das war gegen Mitternacht. Ich habe dich kurz gesehen und dann haben sie dich ins Kinderzimmer gebracht und mich auf die Bettenstation. Wenn ich jetzt nachrechne... wir waren dann neun Stunden getrennt! Eine Frechheit eigentlich!", erzähle ich ihr.

Bevor ich über diese unaufholbare, unwiederholbare Zeit sentimental zu werden drohe,
schneidet sie mir das Wort ab:
".....Dann ziehe ich eben neun Stunden später aus......"

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