19
Mrz
2007

Amsterdam...

Wer hat Tipps für mich?

15
Mrz
2007

Words don't come easy

Man könnte ja sagen: Wer am Sonntag nachmittag nichts Besseres zu tun hat, als die Radio-Wien-Sendung Words zu hören, der hat's nicht anders verdient. Trotzdem denke ich, es braucht keinen Bildungsauftrag, um im Bedarfsfall zum Wörterbuch zu greifen.

Für Peter Hofbauer gilt das offenbar nicht.
Nicht genug, dass er 60 Minuten damit herum bringt, englische Songtexte ins Deutsche zu übersetzen, vermutlich gegen ein Honorar, mit dem wir als 16jährige - als wir im Bankfach dasselbe taten - unseren restlichen Bildungsweg hätten bestreiten können.

Nein, die Übersetzungen sind auch noch falsch. Da wird etwa "starfisch" als "Zierfisch" übersetzt, statt als "Seestern". Dass Paul Simon wohl "fish" meinte und die Zeile "You're not the only starfish in the sea" schon im Original ("Red Rubber Ball") Käse ist, spielt hier keine Rolle...

Weiter geht's mit "Lady in Red" von Chris de Burgh: "... the highlights in your hair that catch your eyes" sind "die blonden Strähnen, die dir ständig in die Augen fallen". Oje.

Vielleicht bin ich zu kritisch, aber ich finde das quite embarrassing.
Für Herrn Hofbauer: still umarmend.

11
Mrz
2007

Der Nackttraum des Kamels

Freitag abend, OSZE-Gala in der Hofburg. Wir werden dafür bezahlt, dass wir als Spanierinnen in Feria-Kleidern rund ums Dessertbuffet promenieren. Wir bestehen auf ausreichend Nachschub an Vino Tinto, um keinen seelischen Schaden zu nehmen. Man lässt sich oder den pickeligen Nachwuchs mit uns fotografieren. Fragt auf Englisch, ob wir Deutsch sprechen, auf Deutsch, ob wir Spanisch sprechen, und auf Spanisch, aus welcher Provinz wir kommen.

"Ich komme mir vor wie in so einem Nackttraum. Man geht herum, vergisst, dass man nichts anhat, und wundert sich, warum einen alle anstarren", kommentiert meine Freundin und zerquetscht ein Aniskeks unter dem genagelten Schuh. Sie klammert sich ans Buffet, um nicht auszurutschen. Der Olivenbaum schwankt bedenklich. Ich versuche, eine Portion Leche frita zu ergattern und versenke meinen Fächer im Kirschenkompott.

"Also ich fühle mich eher wie ein Kamel in Marokko", flüstere ich meiner Freundin zu, als wir uns beim Promenieren vorm Schokoladebrunnen treffen.
"In Marokko gibt es keine Kamele", entgegenet sie, als sie mir ein paar Minuten später wieder begegnet.
"Doch. Genau drei. Die stehen auf einer Anhöhe und die Touristen lassen sich gegen Geld auf ihnen knipsen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, ich besitze so ein Bild."

Wenig später fotografiert ein Gast seine Zwei-Meter-Freundin mit mir, während er im Geiste Kastagnetten in die Liste der Sex Toys aufnimmt.

"Das ist dann wohl die Rache der Kamele", ruft meine Freundin vom Buffet herüber.
Danach spricht uns niemand mehr auf Spanisch an. Genau genommen spricht uns überhaupt niemand mehr an.

8
Mrz
2007

Hat jemand ein Loft für mich?

Ich hätte es nämlich soeben fertig eingerichtet.

Da zu uns leider nicht geliefert wird,
muss ich mich wohl mit Sessel Hugo zufriedengeben.

Aber bitte im Zebradesign.

Allein

fensterhöhlen starren
ins innere
teilnahmslos
der nebel sieht weich aus
denkst du
zwischen den scheiben
und
jetzt nicht fallen

7
Mrz
2007

Gute Nacht

Freitag und Samstag war "Galanacht des Spanischen Tanzes". Mein tänzerischer Schwanengesang fürs erste, denn in diesem Semester werde ich, was Flamenco betrifft, erstmals seit 16 Jahren kürzer treten.



An beiden Abenden verirrten wir uns nachher ins einzige Lokal in der Nähe des Theaters. Den Cocktails trauten wir nicht, also wurde es Caupuccino. In Schwechat sieht der so aus:



Als ich heim kam, war es wirklich spät. Im Fernsehen lief "König Salomos Diamanten" (USA 1954). Ich drehte bei dem Satz "So einen Neger habe ich noch nie gesehen" auf, der Stewart Granger politisch inkorrekt heraus rutschte. Fasziniert verfolgte ich weiter, wie Deborah Kerr sich ohne Spiegel die langen Haare abschnitt, mit Unmengen Shampoo in einem afrikanischen Wasserfall badete und ebendiesem mit trockenem und perfekt onduliertem Haar entstieg. Nicht einmal, als eine Horde Zebras über sie hinweg hüpfte, gab sie es auf, Granger heimlich anzuhimmeln und in langen Röcken durch die Wüste zu laufen. Doch beneidenswert, wie klar die Rollen damals noch verteilt waren.

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